Zunftkanne der Böttcher
Die Kanne gehörte zum Zunftgeschirr der Böttcher. Sie ist aus Zinn hat einen überlangen, schmalen Hals. Der zierliche Deckel wird von einem Adler mit halb geöffneten Flügeln bekrönt.Die Oberfläche der Kanne ist mit Gravuren dekoriert. Auf der Vorderseite sind zwei Handwerker darstellt, die ein Fass mit Reifen versehen. Darüber sind Initialen eingraviert. In der anderen Schauseite ist ein Fass eingraviert, das von zwei geflügelten Löwen eingerahmt wird. Eine Krone schwebt über dem Fass. Darüber findet sich die Jahreszahl 1796. Die Schmalseiten sind mit Blütenranken verziert. Die vier Füße haben die Gestalt von kleinen Fässern. Die Initialen gehen wahrscheinlich auf den Spender der Kanne zurück.
Im Mittelalter hatten sich in den Städten die Handwerker einzelner Berufe zusammen geschlossen. Der Zusammenschluss diente der inneren Organisation eines Handwerks. Man stimmte sich untereinander ab und verteidigte die Interessen des Handwerks nach außen. Die Unterstützung der einzelnen Zunftmitglieder in Notfällen war ebenso wichtig. Das Leben des Gruppenmitgliedes wurde der Zunft entscheidend bestimmt. Nur in dieser Einbindung konnte der Zunfthandwerker seiner Arbeit nachgehen. Die Gemeinschaft der Amtsmeister regelte die Arbeit und Betriebsführung des Einzelnen, die Qualität seiner Produkte und kontrollierte seine sittliche Lebensführung. Sie sicherte ihn in individuellen Notfällen ab und betete für das Seelenheil ihrer verstorbenen Mitglieder.
Die regelmäßigen Zusammenkünfte hatten einen festen Rahmen und feste Zeremonien, zu denen eine Zunftkanne und Pokale gehörten.



















